Das Leiden der Unschuldigen

Eine Symphonie im Gedenken an die Shoah

Berliner Philharmonie

Sonntag, 10. Juni 2018, 20:00 Uhr

Eine Symphonie im Zeichen des christlich-jüdischen Dialogs

Am Sonntag, dem 10. Juni 2018, wurde die katechetische Symphonie "Das Leiden der Unschuldigen – Im Gedenken an die Shoah"  von Kiko Argüello in der Berliner Philharmonie aufgeführt.

Mit hochrangigen Vertretern der katholischen Kirche, wie dem Kurienkardinal Paul Josef Cordes, dem emeritierten Erzbischof von Madrid, Antonio María Kardinal Rouco Varela, Berlins Erzbischof Heiner Koch, dem Bischof von Görlitz Wolfgang Ipolt, dem Weihbischof von Augsburg Bischof Florian Wörner und Prälat Mitja Leskovar von der Päpstlichen Nuntiatur sowie einer Vielzahl von Rabbinern und jüdischen Gläubigen aus ganz Deutschland, gedachten 2.300 Teilnehmer der Opfer des Holocaust.

Die katechetische Symphonie des Künstlers und Gründers des Neokatechumenalen Weges, Kiko Argüello, versteht sich als "Geschenk an das jüdische Volk", als Hommage an die Opfer des Holocaust. Die Komposition entstand 2010, als Kiko Argüello seine existenziellen Erfahrungen mit ungerecht leidenden Menschen in den Baracken von Madrid zum Ausdruck bringen wollte. Das Werk wurde vom 200-köpfigen Chor und Symphonieorchester des Neokatechumenalen Weges unter der Leitung des tschechischen Dirigenten Tomáš Hanus, in Anwesenheit des Komponisten, aufgeführt.

Nach den ersten Aufführungen in Israel und dem Vatikan (2011) – in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. –, New York, Chicago und Boston (2012) sowie in Auschwitz (2013) und Japan (2016), war es Kiko Argüello ein besonderes Anliegen gewesen, auch in Berlin, am Ausgangsort der Shoah, ein Zeichen der christlich-jüdischen Versöhnung zu setzen. Rabbiner Jehoschua Ahrens aus Darmstadt betonte bei seiner Laudatio: "Ich möchte Kiko danken für dieses ganz besondere Geschenk an uns!"

In einem Telegramm an den Berliner Erzbischof Koch, verlesen von Prälat Mitja Leskovar, grüßte Papst Franziskus die Teilnehmer der Aufführung: "Nie darf die Erinnerung an die grauenvolle Gewalt, an das unsagbare Leid und die Vernichtung eines Volkes verstummen." Kurienkardinal Paul Josef Cordes sprach in seinen einführenden Worten von der Kraft der Musik, die, angesichts des ungerechten Leidens das "göttliche Geheimnis von Liebe und Tod" berühren könne.

Die Darbietung, die sich als katechetisch-liturgische Feier verstand, wurde umrahmt von Lesungen aus der Hl. Schrift und gemeinsamen Gebeten. Erzbischof Heiner Koch fasste in seiner Homilie das Thema des Abends in Worte: "Wo ist Gott da? In den Leidenden, in der Shoah, da ist Gott da. Er ist der Mileidende, der Mit-Verzweifelte, der Mit-Sterbende, der mit in der Hölle ist."

Anschließend sang der Leipziger Rabbiner Zsolt Balla vom Rednerpult das jüdische Totengebet "El Male Rahamim” im Gedenken an die Opfer des Holocaust.

Ein Abend, der ein sichtbares Zeichen der Versöhnung zwischen Christen und Juden setzte und damit dem Wunsch der Kirche entsprach, der in der Erklärung Nostra Aetate des II. Vatikanischen Konzils zum Ausdruck kommt. Papst Franziskus hatte beim Besuch der Synagoge von Rom 2016 erklärt: "Von Feinden und Fremden sind wir zu Freunden und Brüdern geworden. (…) Die Christen müssen sich, um sich selbst verstehen zu können, Bezug nehmen zu ihren jüdischen Wurzeln." Die katechetische Symphonie "Das Leiden der Unschuldigen", deren Höhepunkt das gemeinsame Singen des "Shema Israel" mit allen Anwesenden war, war Ausdruck dieses Anliegens.

Die Symphonie in voller Länge:
https://www.youtube.com/watch?v=3D9-5nx1Q08&feature=player_embedded

INFOS

DAS KONZERT

Die Symphonie versteht sich als musikalisches Geschenk an das jüdische Volk, als Hommage an die Opfer der Shoah. Bei ihren zahlreichen Aufführungen auf der ganzen Welt rief das empathische Werk, das „Huldigung und Gebet“ (Kiko Argüello) sein will, beeindruckende Zeichen von Versöhnung und tief empfundenem Verständnis zwischen Christen und Juden hervor.
Der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, unterstützt die Aufführung der Symphonie, die gerade in Berlin „einen Beitrag zur Versöhnung, ja zu gegenseitiger Liebe und Verständnis“ leisten kann.

BISHERIGE AUFFÜHRUNGEN

Die ersten Aufführungen fanden 2011 in Galiläa und dem Vatikan – in Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. – statt. Es folgten weitere Aufführungen: 2011 in Israel (Jerusalem, Bethlehem) und Spanien (Madrid), 2012 in den USA (New York, Chicago und Boston), Ungarn (Budapest) sowie im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, 2016 in Japan (Fukushima), 2017 in Italien (Triest und Vatikan). Bei den Aufführungen waren insgesamt mehrere dutzend Bischöfe und Kardinäle der katholischen Kirche sowie mehrere hundert Rabbiner und jüdische Gläubige anwesend.

UNTERSTÜTZUNG

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BILDER DER AUFFÜHRUNG

SYMPHONIE

"Das Leiden der Unschuldigen"

KIKO ARGÜELLO

Komponist

Kiko Argüello ist der Initiator des Neokatechumenalen Weges. Kiko Argüello wurde am 9. Januar 1939 in León (Spanien) geboren. Er studierte Kunst an der San Fernando Akademie in Madrid und erhielt dort den Titel „Lehrer für Zeichnung und Malerei“. 1959 wird er mit dem „Premio Nacional Extraordinario de Pintura“ (dem Außerordentlichen Nationalen Malereipreis) ausgezeichnet. Nach einer tiefen existentiellen Krise erfährt er eine Bekehrung, die ihn dazu führt, sein ganzes Leben Christus und der Kirche zu widmen.

Tomáš Hanus

Dirigent

Tomáš Hanus, geboren in Brünn, ist ein bekannter tschechischer Dirigent. Seit 2016 ist er Musikdirektor der Welsh National Opera. Seine Gast - engagements führten ihn an bedeutende Opernhäuser in München, Paris, Madrid, Berlin, Tokyo, Wien u.a. Als Konzertdirigent leitete er Orchester wie zum Beispiel London Symphony Orchestra, Bayerisches Staatsorchester oder das russische National Philharmonic Orchestra.

Orchester

des Neokatechumenalen Weges

Orchester und Chor setzen sich aus einer internationalen Gruppe von 200 Musikern aus Neokatechumenalen Gemeinschaften zusammen. Das Orchester führte dieses Konzert bereits an folgenden Orten auf: Galiläa, Jerusalem, Vatikanstadt, Düsseldorf, Paris, Madrid, Lublin, Budapest (Ungarische Staatsoper), New York City (Lincoln Center, Avery Fisher Hall), Boston (Symphony Hall), Chicago (Orchestra Hall), Oświęcim (Auschwitz), Fukushima, Kōriyama und Tokio.

PROGRAMM

Vorstellung

Inhaltliche Einführung der Sätze
durch Kiko Argüello

1. Satz: Gethsemane

2. Satz: Klage

3. Satz: Vergib ihnen

4. Satz: Das Schwert – Shema Israel

5. Satz: Resurrexit

Symphonie

Gebet

DER KOMPONIST

Eine Einleitung des Komponisten in die Symphonie
Liebe Brüder und Schwestern:

Wie konnte ich es mir anmaßen, Musik zu komponieren? Wegen meines Stolzes? Wegen meiner Eitelkeit? Wie auch immer: „Unterlasse es niemals, aus Furcht vor der Eitelkeit, Gutes zu tun, denn das kommt vom Teufel“, sagte mir einst ein alter Priester. „Das Gute tun...“ Ist der Versuch, Musik zu komponieren, gut? Ich stelle euch eine kleine musikalische Komposition vor, die auf das Leiden der Unschuldigen Bezug nehmen soll. Vielleicht schafft es Musik, etwas Tieferes über ein so bedeutendes Thema aussagen?

Das Leiden der Unschuldigen... Der Philosoph Sartre sagte: „Wehe dem, der vom Finger Gottes gegen die Wand gedrückt wird“, ebenso Nietzsche: „Falls es Gott gibt und er denen nicht hilft, die leiden, ist er ein Monster, und wenn er ihnen nicht helfen kann, ist er nicht Gott, gibt es ihn nicht.“

Gegen die Wand gedrückt. Menschen liegen auf der Straße, sterben vor Kälte. Alleingelassene Kinder, die in schrecklichen Waisenhäusern untergebracht sind, dort Gewalt erfahren und missbraucht werden. Diese an Parkinson erkrankte Frau, die ich in diesem Viertel kennengelernt habe, wurde von ihrem Mann ver- lassen und bettelte um Almosen, ihr Sohn schlug sie mit einem Stock. Ich war fassungslos angesichts des toten Jesus, der in dieser Frau am Kreuz gegenwärtig war, in dieser Frau wie in vielen anderen... Welch ein Geheimnis des Leidens so vieler Unschuldiger, die die Sünden der Anderen auf sich nehmen, den Inzest, eine unerhörte Gewalt, die Reihe nackter Frauen und Kinder, die der Gaskammer entgegengehen, und der tiefe Schmerz einer der Wächter, der in seinem Herzen eine Stimme hörte: „Stelle dich in die Reihe mit ihnen und gehe mit ihnen in den Tod“; doch er wusste nicht, woher diese Stimme kam... Nach dem Grau- en von Auschwitz wurde gesagt, dass es nicht mehr länger möglich sei, an Gott zu glauben. Nein! Das ist nicht wahr! In diesem kleinen Werk wird die Jungfrau Maria vorgestellt, die der Schmach des Leidens aller Unschuldigen in ihrem eigenen Fleisch, im Fleisch ihres Sohnes, unterworfen ist. „Oh, welch ein Schmerz!“, singt eine Stimme, während ein Schwert durch ihre Seele dringt.

Wir würden gerne die Jungfrau betrachten und stützen, die dieses Schwert annimmt, das Gott laut dem Propheten Ezechiel für die Sünden seines Volkes vorbereitet hat und das nun die Seele dieser armen Frau durchdringt! Maria, singen wir gemeinsam mit dir „Shema Israel“ und ebenso mit allen jüdischen Müttern, die ihre eigenen Kinder haben sterben sehen. Singen wir gemeinsam.

Kiko Argüello

Kiko Argüello

Initiator des Neokatechumenalen Weges

KONTAKT

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Alternativ können Sie uns auch per E-Mail (info@symphonie2018.de) kontaktieren.

Pressekontakte und für Bildmaterial wenden Sie sich bitte an: Sebastian Walter (T. +49 179 4566702) oder Maria Voderholzer (T. +49 176 26913689), zentrale E-Mailadresse: presse@symphonie2018.de
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